• SC West Köln

Der neue WestU16-Trainer Dean Woodburn im Interview

Nach längerer Suche ist beim West seit einigen Wochen endlich auch die Stelle des WestU16-Trainers wieder besetzt. Dean Woodburn komplettiert das Trainerteam im Leistungsbereich und zeichnet sich verantwortlich für die sportlichen Geschicke des 2003er-Jahrgangs. Der 25-Jährige hat in seiner Trainerlaufbahn schon einiges erlebt: Nach einem Engagement beim Fußballverband Niederrhein verbrachte er das letzte Jahr in China, wo er als technischer Direktor des Fußballverbandes von Shanghai arbeitete. Grund genug für uns, mit Dean über den West, sein bisheriges Trainerleben und seine Erfahrungen in Fernost zu sprechen:

Hi Dean, schön, dass es mit dem Interview geklappt hat! Zum Einstieg: Du bist jetzt seit ein paar Wochen hier beim West. Wie ist dein erster Eindruck vom Verein und vom Umfeld? Wie gefällts dir bislang?

Erstmal danke für das Interview! Mein erster Eindruck ist auf jeden Fall gut. Wir haben hier ein junges Trainerteam zusammen, das sehr engagiert ist, wie man auch an diesem Gespräch sehen kann. Ich finde, dass der Verein strukturell sehr gut aufgebaut ist, gerade auch mit dem neuen Jugendvorstand und dadurch, dass der Verein finanziell ins Positive gebracht werden soll. Das wirkt sich auch auf die Außendarstellung aus, wo der Verein mittlerweile einen sehr guten Ruf hat. Die Kooperation mit dem 1. FC Köln finde ich natürlich auch klasse. Ich fühle mich echt wohl im Trainerteam, wie man auch bei der Weihnachtsfeier schon gemerkt hat.

Du kommst ja nicht ursprünglich aus Köln- wie hast du deinen Weg zum West gefunden?

Ich habe letztes Jahr in China gearbeitet und bin dann im Oktober an die Spoho gekommen, um Sport und Leistung zu studieren. Daraufhin hatte ich ein Gespräch mit dem 1. FC Köln, die mir dann vorgeschlagen haben, erstmal zu einem Kooperationspartner zu gehen, weil in den Bereichen, die ich mir hätte vorstellen können, keine freien Stellen waren und es vielleicht auch im Großen und Ganzen nicht ganz gepasst hat. Die Vermittlung fand ich super und habe dann das Gespräch beim West gesucht. Ich hatte dann relativ schnell Kontakt mit Valentin Schäfer und habe mich direkt auch mit ihm getroffen. Als ich mir dann die Mannschaft angeguckt habe, war ich positiv überrascht und hab direkt gedacht: Ja, das würde passen.

Wie ist denn deine bisherige Trainerlaufbahn verlaufen?

Angefangen habe ich vor sechseinhalb Jahren mit einem Praktikum beim niederrheinischen Fußballverband. Da habe ich mehrere Lizenzen bis zur B-Lizenz machen dürfen, habe in Mülheim an der Ruhr eine E-Jugend trainiert und nebenbei bei der Niederrheinauswahl als Co-Trainer gearbeitet. Das waren ungefähr vier Jahre und hauptsächlich im Mädchenbereich. Wir hatten da eine relativ erfolgreiche Zeit- ich hatte insgesamt 21 U-Nationalspielerinnen dabei, auch einige, die jetzt A-Nationalmannschaft spielen. Gleichzeitig war ich aber auch immer wieder bei den Jungen dabei, habe da hospitiert und auch als Co-Trainer fungiert- da habe ich unter Anderem mal Mohammed Dahoud im Training gehabt, das war ganz cool. Es ist was Besonderes, einige Jungs dann später in der Bundesliga spielen zu sehen! Danach war ich dann ein Jahr lang in China. Die Chinesen hatten in Deutschland gescoutet und mich nach einem Niederrheinauswahl-Lehrgang gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, nach Shanghai zu gehen. Da habe ich direkt ja gesagt und bin technischer Direktor des Fußballverbandes von Shanghai geworden. Dort durfte ich dann mit den größten Ikonen des chinesischen Fußballs zusammenarbeiten, unter Anderem mit einem, der über 100 Länderspiele absolviert hat und dort die absolute Legende ist. Mein dortiger Co-Trainer ist bei der WM mal Dritter geworden, hat für Polen gespielt und ist dabei unter Anderem auf Maradonna getroffen. Da konnte ich natürlich extrem viel lernen. Dann habe ich noch die U16- und ab Jahreswechsel dann die U18 der Mädchen von Shanghai trainiert. Am Ende haben wir den zweiten Platz in China belegt. Nach meiner Rückkehr war ich dann nochmal einen Monat mit der Niederrheinauswahl der Jungen unterwegs, bevor ich mich dem SC West angeschlossen habe.

Sprichst du chinesisch oder wie lief die Kommunikation in China ab?

Chinesisch nicht wirklich- ich kann ein bisschen Fußball-Chinesisch, und die Zahlen sagen. Aber ohne Dolmetscher wärs vor Allem am Anfang natürlich nicht gegangen, gerade für die taktischen Sachen. Ich habe dann aber übers ganze Jahr Englisch geredet und die Mannschaft hat dann im Laufe des Jahres Englisch gelernt. Am Ende des Jahres haben wir dann eigentlich alles auf Englisch gemacht.

Sehr cool! Zurück zum West: Wie sind deine Ziele für die Rückrunde, was hast du vor mit der WestU16?

Das erste Ziel ist auf jeden Fall die Ausbildung der Jungs, das steht für mich an höchster Stelle. Ich würde gerne ein defensives System einführen, das die Jungs so noch nicht kennen, und das offensive System nochmal umstellen. Wir wollen flexibel sein in der Offensive, uns da auch nach dem Gegner richten können und den Spielaufbau so gestalten, dass wir in Überzahl aufbauen. Die Jungs sollen verstehen, was wir auf dem Platz machen und wie man das macht. Definitiv wollen wir aber auch die Defensivarbeit nochmal verbessern, weil es aktuell noch zu viele Gegentore gibt. Im Endeffekt versuchen wir einfach, die Jungs bestmöglich vorzubereiten, damit sie irgendwann gute Kicker sind. Ich will jetzt gar nicht unbedingt Erster, Zweiter, Dritter werden, sondern einfach die Ausbildung im Fokus haben und so arbeiten, dass die Jungs am Meisten lernen. Wenn das gelingt, wird der sportliche Erfolg sich auch von selbst einstellen.

Das klingt doch gut! Vielen Dank fürs Interview und herzlich Willkommen beim West, Dean!


0 Ansichten