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Interview: WestU17-Trainer Marc Aspro im Gespräch

Die Herbstferien bringen auch eine Pflichtspielpause mit sich und wir von der Onlineredaktion haben diese genutzt, um mit einigen unserer West-Jugendtrainer kleine Gespräche zu führen. Den Anfang machte Marc Aspro, Trainer unserer WestU17, der nochmal über die Aufstiegsspiele im Sommer sprach, aber auch einen Blick in die Zukunft wagte. Viel Spaß beim Lesen!

Hallo Marc, schön, dass das Interview zustande gekommen ist. Du bist in deinem zweiten Jahr als U17-Trainer bei uns. Wir wagen erstmal einen kurzen Blick zurück: Wie schwierig war der knapp verpasste Aufstieg Ende letzter Saison zu verdauen? Hallo Tim, ich danke dir für die Einladung. Ich muss ehrlich gestehen, dass es verdammt hart war den verpassten Aufstieg zu realisieren und verdauen. Es lag nicht primär an den beiden Spielen, sondern vielmehr an der ganzen Saison. Die Saison war von Höhen und Tiefen geprägt. In der Hinrunde haben wir lediglich einen Auswärtspunkt geholt, dann aber eine grandiose Rückrunde gespielt. Wir mussten bis zuletzt auf die Qualiränge hoffen und sind letztendlich durch einen Sieg gegen den direkten Konkurrenten in die Qualifikation gekommen. Aber natürlich trifft man da dann auf den stärksten Qualigegner, GW Brauweiler. Und da hat sich dann auch die ganze Saison wiedergespiegelt: Erst der Sieg im Hinspiel und dann die dramatische Niederlage im Rückspiel. Als emotionaler Trainer war ich selbst sehr enttäuscht und traurig. Mir haben vor allem die Jungs leid getan, die in der kurzen Zeit sehr eng zusammen gewachsen sind und den Plan perfekt umgesetzt haben. Die Spielpause hat letztlich nicht gereicht um das komplett zu verdauen. Mittlerweile ist das Ganze aber abgehakt und auch Schnee von gestern. Ich bin als Trainer auch noch mehr gewachsen und es war für mich auch nach all den Jahren nochmal ein sehr erkenntnisreiches und emotionales Jahr. In meiner ersten B-Jugend-Saison solch ein Ergebnis und Fortschritt für jeden Einzelnen zu erzielen, habe ich persönlich nicht erwartet, daher überwiegt mittlerweile der Stolz auf die Mannschaft und unsere Arbeit.

Habt ihr unmittelbare Konsequenzen aus der damaligen Niederlage für die neue Saison gezogen? Nach den Spielen hatten wir noch eine Woche Training. In dieser Woche haben wir viele Gespräche geführt, um uns Eindrücke von den Jungs geben zu lassen, wie sie sich fühlen, was sie denken. Für die neue Saison haben wir keine Konsequenzen gezogen, da wir uns nichts vorwerfen lassen können nach der verpassten Qualifikation. Während der Vorbereitung war die verpasste Qualifikation kein Thema mehr.

Schauen wir auf die aktuelle Situation. Ein Punkt aus fünf Spielen ist sicherlich weniger, als ihr euch vorher ausgerechnet hattet. Wie bewertest du den bisherigen Saisonverlauf? Der allgemeine Saisonstart von Vorbereitung bis zu den ersten Spielen war nicht optimal. Mehrere Störfaktoren haben da eine größere Rolle gespielt. Zudem hat uns in den Spielen oft das nötige Spielglück, aber auch die eigene Kontrolle gefehlt. Immerhin sind bereits zwei Spieler bei uns gesperrt. Wir haben allerdings zuletzt im Pokalspiel gegen die in der Mittelrheinliga stark aufspielenden Hohenlinder ein richtiges gutes Spiel gezeigt und sind dort unglücklich und unverdient ausgeschieden. Das letzte Testspiel gegen den ebenfalls höherklassigen Gegner aus Pesch, welches wir völlig verdient mit 4:1 gewonnen haben, hat auch nochmal gezeigt, dass Leben und Qualität in der Mannschaft stecken. Die Tendenz zeigt klar nach oben! Die Ergebnisse der Meisterschaft spiegeln bei Weitem nicht wieder, was an Qualität in der Mannschaft steckt. Es ist leider ein wenig verhext. Wie sagt man so schön: ,,Hast du scheiße am Fuß, hast du scheiße am Fuß!''. Ich bin überzeugt davon, dass wir nach den Ferien eine Serie hinlegen werden.

Welche Inhalte werden jetzt in den nächsten Wochen im Vordergrund stehen? Wir werden weiter an unserer Spielfortsetzung und der Effektivität vor dem Tor arbeiten müssen. Zwei Schwerpunkte in denen wir gute Ansätze zeigen, jedoch deutlich mutiger und zielstrebiger spielen und arbeiten müssen. Ansonsten arbeiten wir weiter an unseren West-Grundtugenden, um die Spielphilosophie weiter zu auszubauen und perfektionieren.

Zum Abschluss bitte ich dich ein bisschen Orakel zu spielen: Wie wird eure Situation zum Ende der Hinrunde aussehen? Wie schon eben angeklungen, bin ich fest davon überzeugt, dass wir nach den Ferien eine Serie hinlegen werden und dann sehen wir wo wir stehen werden. Als Trainerkind des Grundlagenbereiches orientiere ich mich nicht nach der Vergangenheit und deren Ergebnissen. Wenn wir weiter hart arbeiten und dafür alles geben, kommt der Erfolg von ganz alleine zurück. Auf den Punkt gebracht: Wir müssen uns das Glück erarbeiten. Ich glaube, dass wenn der Knoten einmal platzt, alles möglich ist. Ich denke, das ist auch was alle Westteams und im einzelnen die Spieler ausmacht. Resignation ist keine Alternative.


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