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WestDamen holen beim 2:2 in Biesfeld den ersten Punk in der Mittelrheinliga

In ihrem zweiten Auswärtsspiel der Saison fuhren die Damen des SC West zur 1. Damenmannschaft von Union Blau-Weiß Biesfeld. Die sommerlichen Temperaturen machten Lust darauf, einen eventuellen Sieg mit einem kühlen Getränk zu belohnen und genau das hatten die Westlerinnen sich vorgenommen: Heute sollten die ersten 3 Punkte geholt werden gegen einen vermeintlich nicht ganz so starken Gegner.

Pünktlich um 15:15 Uhr pfiff der im Vorfeld schon sehr streng wirkende Unparteiische Thomas Linn die Partie an. Das Spielfeld war deutlich kleiner als der Heimplatz der Westlerinnen, was Vor- und Nachteile hatte: einerseits war es so für sie ein Leichtes kompakt zu stehen und Angriffe der Gegnerinnen zu verteidigen. Andererseits landete ein gegnerischer Abstoß oder „hoher Ball“ quasi schon direkt im eigenen 16m-Raum, was mitunter sehr brenzlig werden konnte. So kam es, dass Anne Sophie Jacob schon wenige Minuten nach Anpfiff solch einen hohen Ball zwar erst gegen ihre Gegnerin abschirmen konnte, diese aber doch noch an den Ball kam und so kurz vorm Tor einen Schuss wagte. Der Ball knallte an die Latte und konnte von Clara Heitkötter gesichert werden. Der erste Warnschuss war gefallen.

Trotzdem schienen die Westlerinnen noch nicht aufgewacht zu sein: sie waren nicht richtig im Spiel, die Kommunikation misslang und die Abstimmung in der Defensivarbeit stimmte nicht. Christina Verfürth und Christina Stupp, wie gewohnt in der Innenverteidigung, konnten diese Kette an unglücklichen Fehlern nicht unterbrechen und Sabrina Esser erzielte in der 17. Spielminute das 1:0 für Union Biesfeld. Kurze Zeit später konnten die Biesfelderinnen sich erneut freispielen und schafften es, einen Ball in die Spitze zu spielen. Lina Rappenhöner konnte den Ball behaupten und schoss auf’s Tor, an der zuvor heraus geeilten Clara Heitkötter vorbei. Christina Stupp versuchte mit einem Sprint leider vergebens den Ball noch von der Linie zu kratzen.

Und als ob ein 0:2 Rückstand noch nicht genug sei, entdeckte Schiedsrichter Linn, dass Christina Verfürth noch ein Piercing im Ohr trug - zwar abgeklebt - und schickte diese zur Entfernung des Piercings vom Feld. Unglücklicherweise ließ sich dieses nicht entfernen und der Schiedsrichter forderte die Auswechselung Verfürths. Für sie kam Nele Gedicke ins Spiel, welche fortan im Mittelfeld spielte. Dafür rückte Jessica Schmidt in die Innenverteidigung und Lea Oetker auf die 6.

Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit besserte sich das Zusammenspiel der Westlerinnen ein wenig: sie schafften es im Dreieck mit Yasmin Harpeng, Jeanette Pigulla und Anne Sophie Jacob das ein oder andere Mal den Ball bis an die Grundlinie zu treiben. Es folgte auch eine Hereingabe Richtung Strafraum der Gegnerinnen, jedoch vorerst ohne Torabschluss. Auch über links konnten Samira Falk und Katharina Rawicki mehr Offensivarbeit leisten als zu Anfang, jedoch ebenfalls noch nicht zufriedenstellend. So ging es mit einem Rückstand von 2 Toren in die Halbzeitpause.

Trainer Pyrz-Brown war mehr als unzufrieden mit diesem Ergebnis. Er forderte seine Spielerinnen auf, sich zu konzentrieren und zu kämpfen. Sie sollten zuerst am Ball sein und bei Ballverlust sofort gegenpressen und vor allem sollte es auch mal zu Torabschlüssen kommen. Gesagt, getan: nur 2 Minuten nach Anpfiff der zweiten Hälfte brachte Yasmin Harpeng eine Flanke von rechts, Katharina Rawicki kam hereingelaufen und konnte den Anschlusstreffer erzielen. War der Knoten endlich geplatzt?

Die Gegnerinnen sahen sich nun zunehmend unter Druck und spielten zunehmend aggressiver in den Zweikämpfen. Auch die Westlerinnen ließen sich nicht die Butter vom Brot nehmen und hielten dagegen, wodurch das Spiel, auch bedingt durch demotivierende Rufe von außen, immer ruppiger wurde. Die erste gelbe Karte wurde für Biesfeld gezeigt nach einem Foul an Katharina Rawicki, doch schon wenig später kassierte Anne Sophie Jacob dann für ebenfalls Gelb für ein taktisches Foul.

Es folgte eine Einwechselung: Georgia Rafalia Tsopoulidis kam für Yasmin Harpeng und brachte Geschwindigkeit und neuen Kampfgeist ins Spiel. Die Westlerinnen wollten unbedingt den Ausgleich erzielen und erhöhten den Druck auf ihre Gegnerinnen immer weiter; die Biesfelderinnen wiederum versuchten dies unbedingt zu vermeiden und hielten dagegen. Die Situation auf dem Spielfeld spitzte sich immer weiter zu und mündete in einem Strafstoß für den SC West, nachdem Stefanie Drießen von der gegnerischen Torhüterin im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Lea Oetker verwandelte diesen zum 2:2.

Es blieben noch 20 Minuten, in denen ein erbitterte Kampf zwischen den beiden Mannschaften ausgetragen wurde: die Westlerinnen schienen zwar mittlerweile spielerisch und läuferisch überlegen, schafften es jedoch nicht, ein weiteres Tor zu erzielen. Es gab immer mehr Diskussionen und Rempeleien, sodass noch zwei weitere gelbe Karten fielen und das Spiel immer unruhiger wurde. Die Damen des SC West versuchten aus jeder Balleroberung eine Offensivaktion zu machen, doch leider wurde ihr Spiel dadurch hektisch und ungenau. Trotz großer Bemühungen schafften sie es nicht, den Siegtreffer zu erzielen.

Somit trennten die beiden Mannschaften sich mit einem 2:2. Nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit hatten die Westlerinnen in der zweiten Hälfte der Partie ins Spiel zurück und ihren Kampfgeist wiedergefunden. Ihr Ziel, 3 Punkte zu holen, hatten sie zwar nicht erreicht und auch ihre Überlegenheit nicht ausspielen können, dafür aber hatten sie es geschafft, das Spiel zu drehen und dadurch den ersten Punkt in der Verbandsliga zu holen, eine starke Leistung in der zweiten Halbzeit. Für das nächste Spiel wollen sie diesen Kampfgeist bereits ab Minute 1 an den Tag legen, um vielleicht den ersten Sieg nach Hause zu bringen.

Am Sonntag, 29.09.2019, haben sie ihr Heimrecht getauscht und spielen somit auswärts in Pulheim gegen GW Brauweiler um 18 Uhr.


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